Vermieter verlangt Privathaftpflicht

By | März 29, 2015

Vermieter verlangt Privathaftpflicht

Die Privathaftpflichtversicherung ist trotz ihrer Wichtigkeit und Bedeutung keine gesetzlich vorgeschriebene, sondern eine freiwillige Versicherung. Sie schützt den Versicherungsnehmer vor Ansprüchen Dritter, denen er einen Personen-, einen Sach- oder einen Vermögensschaden zugefügt hat. Der Schädiger muss dem Geschädigten den aus seinem Handeln resultierenden Schaden nach § 823 BGB, des Bürgerlichen Gesetzbuches, ersetzen. Sofern der Schädiger haftpflichtversichert ist, übernimmt der Versicherungsgeber im Rahmen des Versicherungsschutzes die Zahlung.

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Ein Vermieter verlangt Privathaftpflicht, um sein vermietetes Haus-/Wohnungseigentum zu schützen. Das klingt so logisch wie verständlich. Dem Mieter wird auf der Grundlage eines Mietvertrages das Nutzungsrecht an und mit der Wohnung überlassen. Seine Gegenleistung dafür ist die monatliche Kaltmiete. Die Mietkaution ist für den Vermieter eine begrenzte finanzielle Sicherheit, um vor allem bei Ende des Mietverhältnisses mögliche finanzielle Ansprüche gegenüber dem Mieter geltend machen zu können. Sollte der nicht zahlen wollen oder können, wird die Mietkaution in Anspruch genommen, sprich einbehalten und nicht oder nur teilweise ausgezahlt.

Mit seiner Forderung Vermieter verlangt Privathaftpflicht möchte der Vermieter sicherstellen, dass schon beziehungsweise noch während des laufenden, also ungekündigten Mietverhältnisses Schäden ersetzt werden, die der Mieter verschuldet oder verursacht. Zu solchen typischen Haftpflichtversicherungsfällen gehören Wasserschäden in der Wohnung des Verursachers, aber auch in den Wohnungen von Mitbewohnern. Im einen Falle ist der Mieter, im anderen der Vermieter dafür zuständig, Abhilfe zu schaffen, also den entstandenen Schaden zu beheben.

Sofern die Wohnung des Mieters als Schadensverursacher betroffen ist, hat der Vermieter die Befürchtung, dass der entstandene Schaden nicht, nur teilweise, nicht zeitnah und vor allem nicht professionell beseitigt wird. Er unterstellt dem Mieter, dass der kein eigenes Geld dafür investieren möchte. Demgegenüber steht das berechtigte Interesse des Vermieters am Werteerhalt der vermieteten Wohnung. Schadensersatzpflichtig ist der Mieter selbst. Der Vermieter verlangt Privathaftpflicht vom Mieter, damit der den Mietschaden beheben lässt, ohne dass ihm dadurch Kosten entstehen; die zahlt seine Privathaftpflicht.

Eine Mieterhaftpflichtversicherung ist ein freiwillige Vereinbarung

Wenngleich die Privathaftpflicht eine freiwillige Versicherung ist, so wird sie doch von den meisten Bürgern abgeschlossen. Der Mieter sollte also kein Problem damit haben, dem Vermieter gegenüber diesen Versicherungsschutz nachzuweisen. Der Vermieter verlangt Privathaftpflicht in der Regel bei Mietbeginn. Der eine sucht einen Mieter, der andere eine Wohnung. Beides sind freiwillige Entscheidungen. Wenn der Mieter den gewünschten Versicherungsnachweis nicht beibringen kann oder möchte, dann wird er die Wohnung wohl nicht vermietet bekommen. Der Vermieter kann sich frei für seinen zukünftigen Mieter entscheiden.

Im gegebenen Falle kann es entscheidend sein, ob der Versicherungsnachweis ein Bestandteil des Mietvertrages ist, oder ob sich der Vermieter außervertraglich die Versicherungspolice lediglich zeigen lässt. Als Mietvertragsbestandteil ist der Mieter verpflichtet, die Versicherung während der gesamten Mietzeit beizubehalten und die Beiträge regelmäßig zu bezahlen. Tut er das nicht, dann verstößt er in diesem Teilbereich gegen den Mietvertrag.

Das Nachsehen hat im Schadensfall primär der Vermieter, und sekundär auch der Mieter. Der Vermieter richtet seinen Anspruch auf Schadensbehebung an den Mieter. Der ist zahlungsunwillig, gegebenenfalls auch zahlungsunfähig. Wie es heißt, bleibt der Vermieter auf seinen Kosten sitzen. Ihm bleibt jetzt der Rechtsweg, bis hin zum Gerichtsurteil und zur Titulierung seines Anspruches. Er bemerkt in diesem Falle deutlich zu spät und erst anlassbezogen, dass sich der Mieter nicht an den Vertrag gehalten hat.